In Memoriam!

Den Gefallenen des Baltenregiments 1918-1920, die an der Seite der estnischen Einheiten für die Freiheit der gemeinsamen Heimat kämpften

Am estnischen Unabhängigkeitstag, dem 24. Februar, haben wir, wie schon in den letzten Jahren, wieder eine Andacht für die Gefallenen des Freiheitskrieges 1918-1920 gehalten. Mit Ansprachen, Musik und Friedensgebet gedenken wir dabei auch der 71 Gefallenen des Baltenregiments, in dem Deutschbalten, Deutsche, Esten und Russen im Freiheitskrieg 1918-1920 unter estnischer Flagge gegen sowjetische Truppen gekämpft haben. Auch einige Mitglieder unserer Gemeinden haben unter den Kämpfern des Baltenregiments Verwandte.

Mit seinem Einsatz hat das Regiment dazu beigetragen, Estlands Unabhängigkeit zu verwirklichen und die Bürger Estlands vor dem durch die Sowjetmacht verursachten Terror zu bewahren. Nach dem Tartuer Frieden am 2. Februar 1920 liess sich das Regiment widerstandslos demobilisieren.

Die Existenz des Regiments stellt somit einen positiven Höhepunkt in der wechselvollen Geschichte zwischen Deutschbalten und Esten dar.

Deutliches Zeichen dafür, dass es immer noch so wahrgenommen wird, ist die Tatsache, dass der Gedenkstein für das Baltenregiment, mit allen Namen der Gefallenen, durch die Estnische ev.-luth. Nõmme Rahu-Gemeinde finanziert wurde. An solch positive Ereignisse und Beziehungen wollen wir als die deutschsprachige Gemeinde Estlands gerne anknüpfen.

Einweihung der Gedächtnistafel in Anwesenheit des estn. Außenministers Urmas Paet (links)

Traugott Hahn

                                                                    

Der Tag der Ermordung des Märtyrers Traugott Hahn jährt sich 2009 zum 90. Mal: Am 14. Januar 1919 wurde Prof. Traugott Hahn (geb. am 01.02.1875 in Rauge/Rõuge, Estland), Pfarrer der deutschen Universitätsgemeinde in Tartu (dtsch. Dorpat) kurz vor dem Eintreffen der weißen Befreiungstruppen von den Bolschewiken zusammen mit vielen anderen - unter ihnen der orthodoxe Bischof Platon - in einem Keller Ecke Magazinstrasse / Kompaniestrasse erschossen.

Traugott Hahn blieb bis zum bitteren Ende bei seiner Gemeinde und starb in Gemeinschaft mit seinem orthodoxen Amtsbruder den Märtyrertod! "Alles für Christus!" rief Bischof Platon ihm im Kerker in schwerster Stunde zu.

"Es kann wohl sein, daß Gott auch in unseren Tagen wieder einmal das schwerste und größte Opfer verlangt, die köstliche Saat im Reich Gottes, die Hingabe des Lebens." so Traugott Hahn Ende 1918 während des Abzuges der deutschen Truppen aus Estland bei seinem Abschied von dem jungen Offizier Reihold von Thadden-Trieglaff, dem späteren Gründer und ersten Präsidenten des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Zum Andenken an diesen standfesten Arbeiter in der Ernte des HERRN versammelt sich die deutsche Gemeinde in Tartu/Dorpat jedes Jahr am 14. Januar und legt an der Hinrichtungsstätte einen Kranz nieder.