Pfarrer Matthias Burghardt
seit Juni 2006 Pfarrer der deutschen Gemeinde innerhalb der Estnisch Evangelisch-Lutherischen Kirche (EELK)

Matthias Burghardt wurde 1970 in Ingelheim am Rhein geboren. Er wuchs in Wolfenbüttel (Niedersachsen) auf. Seit 1983 arbeitete er in seiner Konfirmationsgemeinde und in anderen Gemeinden der Stadt, sowie beim volksmissionarischen Arbeitskreis der Braunschweiger Landeskirche, im Kindergottesdienst und in der Jugendarbeit mit. Nach seinem Abitur 1989 leistete er den Wehrdienst in Northeim und Braunschweig ab. Im September 1990 nahm er in Marburg das Theologiestudium auf. 1993 wechselte er nach Kiel und studierte dort bis zu seinem 1. Theol. Examen 1997. Die Arbeit zum 1. Examen beschäftigte sich mit der theologischen Begründung von Gewaltmission im Mittelalter. In das Jahr 1993 fällt die erste Reise nach Königsberg und nach Litauen. 1994 besuchte er erstmals Lettland, 1995 kam er dann erstmalig nach Estland.

Von Oktober 1997 bis Juni 2000 war er Vikar in Wendeburg bei Braunschweig, sein Mentor dort war Pfarrer Otto Pfingsten. Das Thema der Arbeit zum 2. Theol. Examen hiess: “Die evangelisch-lutherischen Kirchen Estlands und Lettlands: Ihre Geschichte, ihre ökumenischen Beziehungen, ihr Verhältnis zum Staat.”

Am 1. Juli 2000 wurde er in der Kirche St. Katharinen/Braunschweig zum Pfarrer ordiniert. Zu diesem Zeitpunkt stand schon fest, dass er ab August 2000 Pfarrer der Deutschen evangelisch-lutherischen Kirche in Lettland werden würde. Die Stelle dort war vom Ehepaar Julius (mittlerweile im Landkreis Cuxhaven tätig) für zwei Jahre nach dem Tode des Gemeindegründers Bischof Haralds Kalnins betreut worden. Das Ehepaar Julius musste im Frühjahr 2000 zur Ableistung des weiteren Probedienstes nach Deutschland zurück. Ein Nachfolger fand sich in Pastor Burghardt, der es vor allem Herrn Superintendent i.R. Dr. Heinrich Wittram und seinem Ordinator, Bischof Dr. h.c. Christian Krause, zu der Zeit Präsident des Lutherischen Weltbundes, sowie den nachhaltigen Bemühungen der Deutschbalten, dabei vor allem P. em. Rüdiger von Schroeder, zu verdanken hatte, dass er seine erste Stelle in Riga antreten konnte. Anstellungsträger war der Martin-Luther-Bund, tatkräftig unterstützt von der EKD, der Nordelbischen Kirche und dem Gustav-Adolf-Werk Hannover. Informationen zur Arbeit der Deutschen evangelisch-lutherischen Kirche in Lettland heute gibt es unter www.kirche.lv (siehe auch unter “links”). Im August 2002 musste Pfarrer Burghardt aus denselben Gründen nach Deutschland zurück, wie zwei Jahre zuvor das Ehepaar Julius. Nach einer einige Monate dauernden Vakanz wurde als erster von der EKD entsandter Pfarrer in Lettland Dr. Martin Grahl aus Schwerin für zunächst 6 Jahre nach Riga geschickt.

Matthias Burghardt wurde Pfarrer an St. Georg in Braunschweig. Sein Amtsvorgänger Pfarrer Edgar Austen war im Herbst zuvor in den Berufsschuldienst gewechselt. Das Pfarramt wurde in Zusammenarbeit mit Pfarrerin Birgitt Adolph und Diakonin Ute Hartmann wahrgenommen. Arbeitsschwerpunkt an dieser Gemeinde im Norden der Stadt war die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Zusätzlich versuchte Pfarrer Burghardt durch Absolvierung der “Meisterklasse Predigt” seine Predigtkompetenz und durch einen Notfallseeelsorgekurs die seelsorgerliche Kompetenz zu verbessern.

Im Januar 2006 bot sich die Möglichkeit, nach Estland zu wechseln. Nachfolger an St. Georg wurde nach längerer Vakanz im September 2007 Pfarrer Nikolaus Lorenz. Unter Ablegung des Beamtenstatus wurde Burghardt Nachfolger von Diakon Clemens Krause, der, nachdem er die deutschsprachigen Gemeinden in Estland 6 Jahre lang betreut hatte, im Sommer des Jahres zurück nach Deutschland ging und vom Schuldienst in den Ruhestand trat. Am 13. Juni 2006 wurde Burghardt durch Erzbischof Andres Põder offiziell als Pfarrer der EELK Nõmme Saksa Lunastaja Kogudus, der deutschsprachigen Gemeinde der EELK, mit Predigtstätten in Tartu und Viljandi, in sein Amt eingeführt. Neben dem Versuch, die kirchliche Arbeit und das gemeindliche Leben zu stärken, wird mit den deutschen Stammtischen in Tartu und Tallinn auch ein Angebot für die deutschsprachigen Menschen in Estland gemacht, die nicht explizit zur Kirche gehören oder die Gottesdienste besuchen. Im Nebenberuf ist Burghardt seit Herbst 2007 Lehrer für Philosophie und Religion am Englischen Gymnasium in Tallinn. Den Schritt nach Estland hat er bisher nicht bereut. Matthias Burghardt ist verheiratet mit Anne Burghardt, die ebenfalls Pfarrerin der EELK ist und am Theologischen Institut der EELK arbeitet.

Sie erreichen Pfarrer Matthias Burghardt

per Email unter m.burghardt @ kirche-estland.de
telefonisch unter (+372) 53405948
oder nach Vereinbarung im theologischen Institut in der Pühavaimu 6 (Heiliggeiststr.) in der Tallinner Altstadt